Mambo sawa sawa!

11April
2014

Victoria Falls - Sambia

Ende März beschloss ich mit Julia, einer anderen Freiwilligen, relativ spontan nach Sambia zu den Victoria Falls zu fahren. Die Idee war dabei eigentlich weniger spontan, nur die Planung war sehr spontan bis nicht vorhanden. ;)

Am 10. März kauften wir uns zwei Tickets für einen Schlafwagen der ersten Klasse im Tazara Railway Zug nach Sambia in den wir dann am 11. März einstiegen. Die erste Klasse war natürlich nicht mit den Ansprüchen der DB zu vergleichen, wir teilten uns das Abteil mit zwei weiteren Frauen und einigen Kakerlaken und in der ersten Nacht fürchteten wir aus dem Etagenbett zu fallen während der Zug durchs Land holperte. Allerdings war die Fahrt schon ein Erlebnis für sich, am Fenster (oder auch an den teilweise offenstehenden Türen) zog die beeindruckende Natur Tansanias und Sambias vorbei, wir lernten nette Leute kennen und es war sehr angenehm sich nach Lust und Laune im Zug bewegen zu können, um sich die Beine zu vertreten. (Der wohl größte Vorteil zum Reisebus.)

Das Wetter wurde übrigens sobald wir einige Kilometer weiter ins Inland gefahren waren deutlich angenehmer (finde ich), da gerade Regenzeit ist, regnete es zwar viel, aber es war auch deutlich kühler, ja fast schon kalt. (Die Erkältung war vorprogrammiert)

unser 4-Bett Abteil in der 1. Klasse der Blick aus dem Fenster nach der ersten Nacht im Zug im Aufenthalts-Abteil des Zugs ein Bahnsteig irgendwo im Nirgendwo Kampiri Mposhi

Nach ca 50h kamen wir ohne große Verspätung in Kampiri Mposhi (ziemlich mittig in Sambia gelegen) an und nahmen sofort einen Kleinbus nach Lusaka, der Hauptstadt Sambias. Besonders Lusaka, aber generell Sambia überraschte uns damit, dass es anscheinend deutlich wohlhabender als Tansania ist. Natürlich sahen wir auf unserer Fahrt durchs Land auch kleine Dörfer ohne Stomleitungen und vermutlich auch ohne fließend Wasser, doch Lusaka wirkt deutlich westlicher als Dar es Salaam und auch außerhalb der Städte sah man viele größere Plantagen die großen Firmen gehören. In Tansania wird der Großteil der Agrarwirtschaft von Kleinbauern betrieben.

In Lusaka blieben wir eine Nacht und nahmen am nächsten Tag einen Reisebus nach Livingstone, an der Grenze zu Simbabwe. Dieser fuhr dann vier Stunden verspätet, verursacht durch einen Reifenwechsel (bzw. das Wechseln von allen Reifen des Busses!), endlich los und wir kamen nach acht weiteren Stunden am späten Abend an unserem Ziel an. Zum Glück hatten wir schon im Zug jemanden getroffen, der sich in Livingstone auskannte und uns ein Backpackerhostel zeigen konnte.

Busbahnhof von Lusaka der Versuch meine Sambische SIM Karte freizuschalten (hat nicht geklappt)                                                                                      Reifenwechsel

Am nächsten Morgen fuhren wir dann zu den Victoria Falls. Die riesigen Wasserfälle liegen direkt an der Grenze zu Simbabwe und gehören halb zu Sambia und halb zu Simbabwe. Sie sind wirklich wahnsinnig beeindruckend, was sich kaum duch Fotos festhalten lässt.

die Brücke, die Sambia und Simbabwe verbindet man wurde ein bisschen nass oberhalb der Falls der Sambesi

Einen Tag später machten wir uns dann auf den Rückweg nach Dar es Salaam. Insgesammt waren wir 10 Tage unterwegs, die Reise war ziemlich lang, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt!

11April
2014

Interkulturelle Missverständnisse und Herausforderungen (2. Quatalsbericht Weltwärts)

Während meines Weltwärts-Jahres in Tansania muss ich insgesamt vier Berichte für das BMZ (das deutsche Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) schreiben. Hier kommt Nummer 2:

 

Seit über sechs Monaten bin ich jetzt schon in Tansania und mehr als die Hälfte meines Freiwilligendienstes ist bereits um. Schon seit Monaten habe ich einen geregelten Alltag, ich kenne mich in der Umgebung aus und alles kommt mir bekannt und vertraut vor und trotzdem bin ich kein Teil des Ganzen, bin ein Außenstehender.

Es ist fast egal wo ich bin, ich werde als Fremder wahrgenommen, denn auf Grund meiner Hautfarbe ist es für alle offensichtlich, dass ich keine Tansanierin bin und deswegen werde ich auch meistens anders behandelt. Viele Tansanier haben großes Interesse an anderen Ländern, Menschen und Kulturen und man findet oft Möglichkeiten kulturelle Unterschiede, Ähnlichkeiten, persönliche Ansichten oder auch private Geschichten und Erlebnisse auszutauschen. Sei es bei einem kurzen Gespräch auf der Straße oder einem langen, ausführlicherem während der Arbeit.

Leider stößt man dabei auch immer wieder auf Vorurteile und Ansichten die einem total absurd und unwahr vorkommen und mich dazu bringen meine eigene Wirkung nach außen, und auch die generelle Wirkung von Menschen des globalen Nordens auf die Tansanier, zu reflektieren und zu überdenken.

Oft werde ich zum Beispiel von Fremden nach Geld gefragt oder es wird in Gesprächen deutlich, dass von mir als Europäerin - allein wegen der Tatsche, dass ich weiß bin - erwartet wird, dass ich reich bin. Auf meine Antwort hin, dass ich grade erst die Schule beendet habe und bei meiner Arbeit als Freiwillige keinen Lohn bekomme reagieren die meisten verwirrt oder ungläubig. Auch auf Grund der Tatsache, dass es in Dar es Salaam viele reiche Tansanier gibt, bei deinen man durch bloße Betrachtung erkennt, dass sie mehr Geld besitzen als z.B. ich und trotzdem ehr „die Weißen“ auf Geld angesprochen werden, habe ich schon oft darüber nachgedacht welches Bild von Europäern, Amerikanern oder auch Asiaten eigentlich bei den Tansaniern ankommt. Viele Eindrücke werden über amerikanische Spielfilme vermittelt, in denen der Globale Norden und das Leben dort als unbeschwert und sorgenfrei dargestellt wird, es existiert keine Armut und auch keine anderen Probleme, als wäre die bloße Tatsache dort zu leben eine Garantie für Reichtum und ein rundum sorgenfreies Leben. Weitere Eindrücke, die in Tansania über den globalen Norden ankommen, werden durch Touristen vermittelt, die ihren Ferien in Tansania verbringen und viel Geld hier lassen. Dass beide Situationen, sowohl Film als auch Tourismus, meistens nicht dem realen Leben im globalen Norden entspricht, kommt selten zur Sprache und ist auch schwer für Tansanier zu begreifen, die noch nie selbst ein solches Land bereist haben. Zu vermeiden oder einzudämmen ist dieses Vorurteil eigentlich nur durch Gespräche und Austausche über Kultur und Leben im eigenen Land.

Aber auch ich erwische mich an manchen Tagen immer noch dabei, wie ich vorschnell Schlüsse über das Verhalten der Tansanier mache. Wenn man die gleiche Beispielsituation des „Auf-der-Straße-nach-Geld-gefragt-werdens“ noch einmal betrachtet, kommen auch mir leider noch manchmal Worte wie „faul“ oder „unhöflich“ in den Sinn. Wie sich in Gesprächen mit anderen Freiwilligen herausstellt, sind das Ansichten, die sich schnell entwickeln können, aber meistens lückenhaft und voreilig entstehen. Für mich liegt ein Großer teil der Entstehung dieses Verhaltens, des Sich-selber-in-eine-Abhängigkeit-Bringens, in der Verantwortung des globalen Nordens. Sowohl in historischer Sicht, zur Kolonialzeit, als auch aktuell durch Hilfsprogramme und Spendengelder. Verallgemeinert gesagt schickt der globale Norden stätig Geld, Güter oder Menschen, die dann vor Ort etwas „verbessern“ sollen in den globalen Süden. Auf der einen Seite ist das natürlich positiv und ich sehe viele Einzelpersonen, denen das zugute kommt, auf der anderen Seite denke ich, dass das eine große Abhängigkeit der Menschen hier gegenüber des globalen Nordens entstehen lässt. Viele Tansanier, gerade der unteren Schichten, sind der Auffassung, dass alles was aus „dem Land der Weißen“ kommt, besser ist als ihre eigenen Produkte, dass jeder Weiße alles besser kann als sie selber, völlig unabhängig von Bildung und Qualifikation. Ich sehe, dass viele Tansanier antriebslos und auch entmutigt sind, da sie kein Selbstvertrauen und kein Vertrauen mehr in ihr Land haben und schon in dem Gedanken erzogen werden, dass alle „Weißen“ es sowieso besser können und wissen.

Das zu ändern liegt nicht in der Macht eines Einzigen, aber ich bemühe mich, mich so zu verhalten, dass ich das eben beschriebene Bild der „Weißen“ nicht weiter verzerre.

23Februar
2014

Spendenkonto für unser Kunst- und Sportprojekt

Unser Projekt an der Schule läuft seit ein paar Wochen entlich und die Kinder sind begeistert! Montag bis Donnerstag sind wir jeweils in den letzten beiden Stunden abwächselnd in den Klassen 2a-d und machen eine Art Kunstunterricht und Dienstag und Donnerstag gehen wir jeweils mit einer zweiten oder einer vierten Klasse auf den "Sportplatz".

die halbe Schule auf dem Weg zum Sportplatz Sportunterricht einer anderen Klasse  Our Classrules gebastelte Namensschilder weil es nicht genug Buntstifte gibt, kann jeder nur einen zur Zeit haben Masken aus Papptellern

Obwohl es Tage gibt an denen einfach nichts funktionieren will, bin ich sehr zufrieden mit dem Projekt und teilweise sehr überwältigt wie wahnsinnig sich die Kinder freuen, wenn wir mit ihnen malen, basteln oder Sport machen. Meisten kommen mehrmals täglich Schüler/innen zu mir und Fragen, ob wir denn heute wieder zu ihnen kommen würden. Denn manchmal mussten wir einer Klasse auch schon androhen in der nächsten Woche nicht mehr zu kommen, wenn sie nicht endlich still sein würden, aber das ist mit Abstand das wirkungsvollste Druckmittel. ;)

Trotzdem stehen wir jede Woche wieder vor der Frage "Was machen wir diese Woche?", denn natürlich haben wir zahlreiche Ideen, aber oft scheitern sie an Problemen wie Platzmangel, keine Lagermöglichkeiten für Kunstprojekte, daran, dass die Kinder für uns selbstverständliche Dinge einfach noch nie gemacht haben (z.B. mit einem Würfel zu würfeln oder etwas zu malen, das ihnen nicht Schritt für Schritt vorgegeben wird) oder Schlicht und einfach an Materialmangel. Es gibt keine Kunt- und nur sehr wenig Sportutensilien (2 unaufgepumpte Bälle) an der Schule und anders als wir das vielleicht aus der Schulzeit kennen, gehören Schere, Buntstifte und Tuschkasten nicht zu den Standartdingen, die sich in einem tansanischen Schulrucksack befinden. Materialien für ca 70 Kinder pro Klasse (also im Falle des Kunstunterrichts 280 Schüler pro Woche) sind manchmal nicht nur schwer aufzutreiben sondern für uns auch nicht bezahlbar. Wie ich es schon in einem älteren Blogeintrag geschrieben habe, möchte ich die Atlas School nicht einfach mit Spenden überhäufen oder ihr irgendwelche Geschenke machen, erstens weil ich nicht die Notwendigkeit sehe und zweitens weil ich auch niemanden von Spendengeldern oder von mir abhängig machen möchte. Das Sport- und Kunstprojekt meiner Projektpartnerin und mir ist nicht  nur (zum Großteil) auf Spenden angewiesen, sondern, in meinen Augen, auch eine Möglichkeit genau nachzuvollziehen an wen das Geld geht und für was es ausgegeben wird.

Wer nun also Interesse daran hat uns in unserem Projekt zu unterstützen, wendet sich am besten über meine E-Mail-Adresse (melina93@gmx.de) an mich. Dort kann ich dann direkt sagen, wieviel wir für was genau benötigen und die Daten des von meiner Entsendeorganisation VIA e.V. für unser Projekt eingerichteten Spendenkontos weitergeben.

31Januar
2014

Urlaub und Weihnachten

Obwohl es jetzt schon 1,5 Monate her ist habe ich mich nun doch dazu bewegen können einen kurzer Bericht über meinen Urlaub mit zwei anderen Freiwilligen, Johannes und Ann-Kathrin, in Kenia online zu stellen. Viel Text wird es dazu jedoch nicht geben, aber eine kleine Auswahl der besten Bilder.

Zuerst einmal unsere Reinerute im Überblick :Dar - Arusha - Nairobi - Mombasa - Watamu - Lamu - Mombasa - Dar

Unser erstes Ziel war Arusha, im Norden Tansanias, doch bis dahin lagen erst einmal gute 12 Stunden Busfahrt vor uns. Da die Staßenverhältnisse hier nicht mit deutschen vergleichbar sind, dauert alles erheblich länger, allerdings sind die Fahrten auch viel spannender. Statt kilometerweit über graue Autobahnen zu fahren, durchquert man, sobald man die Großstadt verlassen hat, die vielfältige Natur des Landes, nur manchmal fährt man durch kleine Dörfer.

                             

 

Arusha ist, meiner Meinung nach, für eine ostafrikanische Stadt sehr schön, zumindest deutlich angenehmer als Dar es Salaam. Die Stadt ist sauberer, nicht so menschenüberlaufen und es ist nicht so brütend heiß. Wärend der paar Tage dort haben wir uns aber größten Teils außerhalb der Stadt ausgehalten.

Eine Nacht verbrachten wir z.B. an einem Crater-lake am Fuße des Mt. Meru. Um den wir auch einen kleinen "Abenteuerspaziergang" machten. (Unser kleines Guesthouse in dem wir schließen kann man auf dem ersten Bild erahnen)

                                             

Einen anderen Tag machten wir einen Kamelritt, wobei wir auch in einem Massaidorf anhielten. Das war uns jedoch ziemlich unangenehm, da das Leben dieser Menschen völlig vor Touristen zur Schau gestellt wurde und man ihr Privatleben wie in einem Museum angucken, anfassen uns Fotografieren konnte. Viele Fotos existieren von diesem Teil des Ausrittes also nicht und ich möchte auch ganz bewusst keine davon hochladen.

     

Von Arusha ging es weiter nach Nairobi. Hier hielten wir uns allerdings nicht sonderlich lange auf. Es war kalt, hat geregnet, alles war zu groß und zu durcheinander.

mit Francis, den wir in unserem Gueshouse kennen lernten und mit dem wir uns sehr gut verstanden

 

Anschließend fuhren wir nach Mombasa an die Küste Kenias. Die Fahrt dauerte ziemlich lange wurde allerdings nicht langweilig, da wir mit unserem Reisebus einmal quer durch den Tsavo Nationalpark fuhren und es schon mal vorka, dass wir am Straßenrand Zebras oder Büffel und in der Ferne sogar einige Giraffen und Elefanten sahen. Mombasa ist eine sehr arabisch beeinflusste und somit, wie die meisten Küstenstädte Ostafrikas, auch recht muslimische Stadt. Der arabische Einfluss macht sich auf jeden Fall positiv im Stadtbild bemerkbar. Das Klima war zwar wieder sehr heiß und feucht, aber im Gegensatz zu Dar es Salaam schafft es der Wind vom Meer irgendwie durch die Straßen zu wehen. Außerdem ist die Stadt lange nicht so chaotisch und laut (obwohl die Muezzine morgens um 5h schon nerven können) wie Nairobi oder Dar es Salaam.

                                                                                                                   

 

Nach ein paar Tagen in Mombasa fuhren wir die Küste weiter nach Norden nach Watamu. Das kleine Dorf ist wirklich richtig schön, was allerdings auch viele (vorwiegend italienische) Touristen so fanden. Einerseits gab es dadurch richtig gutes Essen (obwohl in Watsmu auch das local seafood sehr gut war) und vor allem richtige italienische Icecream (!!!), andererseits war es auch schon vielleicht zu viel Tourismus und das Dorf verlohr ein bisschen an Authentizität. Unter anderem waren besuchten wir eine Ruinenstadt und waren Schnorcheln.

                                                                                  

Unser letztes Ziel lag ganz im Norden der Ostküste Kenias. Spät abends stiegen wir von unserem Reisebus in eine winzige, kutterähnliche "Fähre" aus holz um auf die kleine Insel Lamu zu kommen. Mit uns an Bord waren unter anderem zwei bewaffnete Soldaten, die die Fähre vor somalischen Piraten zu beschützen. Das in Kombination mit dem schwarzen indischen Ozean und dem völlig unbeleuchteten Holzboot auf dem wir saßen, war schon etwas gruselig, aber wir kamen sicher auf der Insel an. Auch Lamu ist sehr arabisch geprägt und bestät aus vielen winzigen Gassen in denen man sich bestens verlaufen kann. Das besondere ist, dass es dort keine Autos gibt. Als Transportmittel dienen Esel, die sich überall frei in der Stadt bewegen. Die Tage auf Lamu waren wohl das Highlight des Urlaubs. Neben vielen anderen schönen Erlebnissen machten wir eine siebenstündige Dhowfahrt, bei der wir selbstgefangenen Fisch grillten, ritten auf Eseln am Strand entlang und waren auf einer muslimischen Hochzeit.

Dann war unser Urlab auch leider schon wieder zu Ende und wir fuhren mit eintägigem Stopp in Mombasa wieder zurück nach Dar.

Weihnachten verbrachte ich mit fünf Freunden am Strand, wo wir zusammen aßen und, um das ganze noch "unweihnachtlicher" zu machen, im Meer schwammen. Doch noch ein bisschen Weihnachtsstimmung kam auf, als wir abends in der WG Glühwein tranken und Weihnachtslieder hörten.

06Dezember
2013

Der Mzungu und die Pläne für 2014

Das Schuljahr an der Atlas Pre- and Primary School ist zu Ende und mein erstes Vierteljahr in Tansania auch. Die ersten 3 Monate vergingen wie im Flug und doch hab ich so viele neue Erfahrungen und Eindrücke gesammelt wie wohl noch nie zuvor in so kurzer Zeit. Man kann schon sagen, dass Dar es Salaam zu meinem neuen „Zuhause auf Zeit“ geworden ist und das obwohl ich wohl nie so richtig dazu gehören werde. Das liegt nicht bloß daran, dass ich noch so einige Probleme mit der Sprache habe oder mich in manchen Situationen einfach kulturell bedingt anders verhalte, sondern größten Teils schlicht und einfach auf Grund meiner Hautfarbe. Ich bin weiß und das fällt auf. Ich werde einfach sofort als „Fremder“ wahrgenommen. An jeder Straßenecke rufen mir Kinder aber auch Erwachsene (vorwiegend Männer) Sachen wie „Mzungu“ (Weißer) oder „Rafiki“ (Freund) hinterher. Das ist keines Wegs negativ gemeint – ganz im Gegenteil – und man gewöhnt sich dran, aber besonders an Tagen an denen man so oder so schon gestresst ist, fällt es einem schwer, dass das mit dem „Anschluss finden“ nicht so einfach ist als gedacht. Aber um überhaupt einen Anschluss an die Gesellschaft hier zu finden, und auch um dem nicht besonders gesunden Essen etwas entgegen zu wirken, habe ich angefangen zu einer Tanzgruppe zu gehen. Ich muss unheimlich albern aussehen bei meinen Versuchen den wirklich talentierten Tänzern hier nach zu eifern (es sieht so einach aus, aber das ist es wirklich nicht!), aber es macht unheimlich Spaß! Das ist auf jeden Fall etwas, was ich nächstes Jahr, nach meinem Urlaub weiter machen möchte!

Wo ich grade schon bei den Plänen für nächstes Jahr bin… Da meine Aufgaben an der Schule in der Anfangszeit noch etwas dürftig ausfielen und ich mich teilweise schon fast nutzlos gefühlt habe, planen Fabienne und ich das im nächsten Jahr zu ändern! Voraussichtlich werden wir ab Januar die Klassen 2 a, b, c und d in Kunst (einem Fach, welches es bin dato in dieser Form an der Schule noch nicht gab) und Sport unterrichten. Zusätzlich wollen wir auch die dritte Jahrgangsstufe im Sportunterricht zu übernehmen und hoffen, dass wir die vier Klassen des zweiten Jahrgangs außerdem in Vocation Skills unterrichten dürfen. Vocation Skills ist ein Fach welches man am besten als eine Kombination aus Heimat- und Sachkunde und Kunst beschreiben kann, welches allerdings meistens leider fast nur theoretisch unterrichtet wird, sich aber bestens mit unserem geplanten Kunstunterricht verbinden ließe. Dieser Plan entstand ursprünglich aus der Idee den Kindern etwas mehr Raum für sportliches und kreatives Lernen als einen Ausgleich zu dem stundenlangen Stillsitzen und Auswendiglernen zu geben. Leider können wir das jetzt nur mit einer Klassenstufe verwirklichen, da der Stundenplan es nicht anders zulässt, aber immerhin etwas. An dieser Stelle möchte ich schon einmal ankündigen, dass ich plane ab nächstem Jahr ein Spendenkonto für Unterrichtsmaterialien für genau dieses „Projekt“ zu eröffnen. Ich habe mich ganz bewusst dafür entschieden, dass ich keine Spenden für die Schule im Allgemeinen sammeln möchte, da ich niemanden hier in eine Abhängigkeit von mir als Freiwillige und Geldern aus Deutschland drängen möchte. Zudem will ich auf keinen Fall das Bild des „reichen Europäers, der mit Geld um sich schmeißen kann“ stärken. Mein persönlicher Unterricht würde allerdings sehr von ein paar kleinen finanziellen Unterstützungen profitieren, denn zum Kunstunterricht gehören nun mal Materialien wie Scheren, Kleber, Stifte, Wasserfarben, etc. Leider können diese meistens nicht einfach wie bei uns von den Eltern für ihre Kinder finanziert werden. Also falls sich jemand nun angesprochen fühlt und mich gerne in meinem Unterricht unterstützen möchte, kommen im nächsten Jahr nähere Informationen dazu. Ich, aber besonders die Schüler (die – wie ich schon oft erlebt habe – sich nur zu gerne kreativ austoben) würden uns sehr freuen!

Nun werde ich erst einmal wieder für eine Zeit „abtauchen“, um zuerst nach Kenia und anschließend nach Sansibar zu reisen! Kwa heri!

10November
2013

Von wilden Tieren und den üblichen Klischees

 

 

Da wir nach nun schon zwei vollen Monaten in Tansania, entgegen aller Versprechen diverser „Afrika-Filmen“ und „Tansania-Google-Bilder-Suchergebnissen, immer noch auf keine Elefanten, Zebras oder Giraffen gestoßen waren und die Ziegen, Kühe und Hühner aus den Straßen Dar es Salaams dem Löwen schon fast den Titel als „DAS Tier Afrikas“ abgenommen hatten, entschlossen Johannes und ich uns dazu ein Wochenende in den, nur 300km entferntet  Mikumi Nationalpark zu fahren, um diesem Land die Chance zu geben, ein paar Klischees zu erfüllen. ;)

Freitagmorgen gegen 5h machten wir und also auf den Weg zum Ubungo Busbahnhof, um von dort aus einen sogar recht komfortablen Reisebus nach Mikumi zu bekommen. Schon um diese Uhrzeit war das neblige (oder ehr staubige) Dar völlig überfüllt von Menschen und lauten Fahrzeugen. Dank der Hilfe eines Mitarbeiters eines Busunternehmens fanden wir dann auch relativ schnell zwischen hunderten Anderen unseren Bus (natürlich fuhr dieser, ganz tansanisch eben, knapp eine Stunde zu spät los, aber Hektik gibt es hier sowieso nicht). Mit dem Verlassen der Großstadt veränderte sich die Umgebung schlagartig und das Land zeigte sich uns von einer wirklich beeindruckenden Seite. Der Highway führt durch tiefgrüne Landschaften, vorbei an Ananasplantagen und schließlich durch die Gebirgslandschaft der Morogororegion. Kurz vor unserem Ziel zeigten sich uns dann auch die ersten Affen, Zebras und Giraffen.

Der Busfahrer ließ uns freundlicherweise direkt vor unserem Hotel „Tan-Swiss Lodge“ raus. Leider mussten wir dann doch in einem nahegelegenen Guest House nächtigen, da man, anders als vermutet, zum Campen eigene Zelte hätte mitbringen müssen und die Lodges dann doch unser Budget gesprengt hätten. Nichts desto trotz waren wir begeistert von der Freundlichkeit der Mitarbeiter und der internationalen Küche. Vor Ort trafen wir dann noch auf drei Franzosen, mit denen wir uns eine One-Day-Safari (12h auf zwei Tage verteilt) teilten.

Unsere anfängliche Angst vielleicht keine Elefanten (auf die wir uns beide ganz besonders freuten) zu Gesicht zu bekommen, löste sich schon nach 5 Minuten in Luft auf, als eine Gruppe der grauen Riesen unseren Weg kreuzte.

Beide Tage sahen wir immer wieder Elefanten, Zebras, Antilopen, Giraffen, Büffel, Gnus, Affen, Warzenschweine, Krokodile und Nilpferde. Etwas Besonderes war es jedes Mal, wenn wir einem Löwen begegneten, zuerst zeigten sie sich nur in weiter Ferne, unter Bäumen liegend, später kamen wir ihnen dann aber noch so nah, dass wir sie sogar atmen hören konnten.

Schlussendlich muss man einfach sagen, dass die kitschigen Tansania-Safari-Klischee-Bilder zwar nur ein Bruchteil der Realität zeigen, aber in ihrer Schönheit kein Stück untertreiben!

 

21Oktober
2013

Nach langer Zeit des Schweigens, nun etwas Neues...

 

 

Ich bin jetzt schon knapp 1,5 Monate hier in Dar und langsam ist der Alltag eingekehrt. Montag bis Freitag bin ich von 8.30h bis 16h in der Schule, den Rest des Tages verbringe ich damit im Dala im Stau zu stehen, zur oder von der Bushaltestelle nach Hause zu laufen, Wäsche zu waschen oder irgendwelche Erledigungen zu machen. Das Wochenende verbringe ich mit Freunden und bin so gut wie nie zu Hause, weil es einfach viel zu viele Sachen zu erleben gibt J

Trotz des eingekehrten Alltags habe ich in der Schule immer mal wieder kleine Erfolgserlebnisse. Vor einer Woche war z.B. Graduation an unserer Schule und alle Klassen hatten etwas vorbereitet, um es dort vor ca 6000 Leuten aufzuführen. Natürlich wollten Fabienne, meine Projektpartnerin, und ich auch etwas mit einer Klasse einstudieren und stürzten uns in das Wagnis den Kindern das deutsche Kinderlied „Alle meine Entchen“ samt selbst ausgedachtem ‚Tanz‘ beizubringen. Die Kinder waren total begeistert und konnten es beinahe sofort auswendig! Bei der Graduation selbst ging dann einiges drunter und drüber und zu dem Zeitpunkt unseres Auftritts waren von ursprünglich 69 Schülern nur noch 13 zu finden, trotzdem haben sie es super gemacht und wir waren mächtig stolz. :D (Zwischen den Unterrichtsstunden hört man übrigens manchmal immer noch das ein oder andere Kind „Alle meine Entchen“ singen)

Etwas, was uns allerdings noch viel stolzer gemacht hat, war die Einführung des „Still-sein-Zeichens“ in den Unterricht. In Deutschland kennt dieses Zeichen wohl jedes Kind, doch hier wird gegen die allgemeine Unruhe die bei knapp 70 Kindern schon mal vorkommt meistens nur mit lauter Stimme und leider auch mit dem Stock vorgegangen. Gegen jegliche meiner Erwartungen war das Zeichen samt entsprechender Wirkung innerhalb weniger Tage in der ganzen Schule bekannt und wird teilweise sogar von ein oder zwei Lehrern verwendet!

An dieser Stelle ist es vielleicht sinnvoll ein paar Sätze zu der Ausbildung der Lehrer hier zu sagen. In einem sehr interessanten Gespräch, erzählte mir ein Lehrer, dass man um in Tansania an einer Primary School unterrichten zu können lediglich die siebte Klasse beendet haben und anschließend zwei Jahre zum College gegangen sein muss. Das ist natürlich im Gegensatz zu der Ausbildung eines Lehrers in Deutschland ziemlich wenig und erklärt meiner Meinung nach, zumindest teilweise, die Unterrichtsmethoden einiger Lehrer. Von Gruppenarbeit, Klassendiskussionen, Schüler-Referaten, aktivem Einbeziehen der Schüler in den Unterricht oder ähnlichen Methoden, die in deutschen Klassenzimmern nicht wegzudenken wären, haben die Lehrer hier schlicht und einfach noch nie etwas gehört.

Nach eigener Erfahrung kann ich allerdings sagen, dass praktische Gruppenarbeit zwar bedingt durch weniger Materialien und noch weniger Platz, zwar nicht ganz einfach aber durchaus machbar ist. Am Freitag habe ich z.B. mit einer dritten Klasse Bohnen gepflanzt. Als Blumentöpfe halten abgeschnittene Plastikflaschen her, die man auch sehr platzsparend mit Fäden an Metallstangen am Fenster befestigen kann. Die Schüler sind total Stolz auf ihre gepflanzten Bohnen und überschütten sie mit Liebe, was allerdings in Form von übermäßigem Gießen passiert (ich befürchte die Pflanzen werden alle ertrinken bevor sie auch nur anfangen zu keimen, aber naja…).

Da Bilder ja bekanntlich mehr als Worte sagen, nun weitere Erlebnisse in Form von Fotos:

Klischees müssen auch mal bedienst werden  

 

29Sept
2013

Noch ein paar Bilder...

außerhalb der Stadt das normale Geschehen auf der Straße Markt der Versuch ein Spiel mit möglichst vielen Kindern zu spielen Waschtag ;) der alltägliche Strohmausfall der Dalala-Busbahnhof in Mwenge bei Nacht (naja eigentlich war es glaube ich grade halb acht)

29Sept
2013

Erste Unterrichtsstunden und der erste Kurzurlaub

Am Freitag habe ich meine ersten Unterrichtsstunden in "Vocation Skills" in der dritten Klasse gegeben. Das Thema war "Planting Flowers". ;) Da ich mir die ganze Woche zuvor den Unterricht der Klasse Standart 3a angeguckt hatte, hatte ich ein ungefähres Bild wie die Lehrer hier unterrichten, was ich übernehmen würde und was ich definitiv anders machen wollte. Klar ist es wichtig die Zusammenfassung des Themas in einfachen Sätzen an die Tafel zu schreiben und es die Schüler sowohl aufschreiben als auch gemeinsam vorlesen zu lassen (das Vorlesen-lassen hat den einfachen Effekt, dass alle Schüler wieder bei der Sache sind und aufpassen), allerdings möchte ich meinen Unterricht nicht so gestalte, dass es ein reines Ausweniglernen wird. Vielmehr möchte ich meine Schüler, soweit es geht, aktiv miteinbinden und dass sie dadurch den Inhalt des Unterrichts auch nachhaltig verstehen. Das hört sich allerdings leichter an als es ist, denn besonders Freitag Nachmittag ist eine Klasse mit ca 60 Kindern im Alter von ungefähr 9 Jahren nicht ganz einfach dazu zu bringen dem Unterricht ruhig und gesittet zu folgen. ;) Noch unmöglicher ist es allerdings einen Überblick darüber zu bekommen, ob wirklich alle dem was ich sage folgen können. Um also nicht bloß vor der Klasse zu stehen und zu reden hatte ich Donnerstag Abend Bilder von verschiedenen Blumen gemalt, die ich als Anschauungsmaterial mitbringen konnte und die die Kinder beschreiben, benennen und zuordnen sollten. (Es war übrigends nicht ganz einfach Blumen zu finden, bei denen ich mir sicher sein konnte, dass die Kinder hier sie auch wirklich kennen. Statt einem Gänseblümchen nimmt man dann halt eine Mangobaum-Blüte.) Meine Schüler waren begeistert von den selbsgemalten bunten Bildern von "Teacher Melina" und haben sich nochmehr gefreut, als sie dann am Ende der Stunde selbst malen durften.

Das Unterrichten hat mir in dieser Klasse eigentlich richtig Spaß gemacht, die Kinder kennen mich und nehmen mich ernst, anstrengender wurde es dann als ich ein paar Stunden später das selbe Thema in der Parallelklasse unterrichten sollte. Ich kannte die Kinder nicht und sie mich nicht, also waren sie viel zu aufgeregt, dass sie jetzt eine "Mzungu-Lehrerin" hatten, als dass sie richtig aufpassen konnten. Es stellte sich außerdem raus, dass diese Klasse den Einstieg zu dem Thema noch gar nicht durchgenommen hatte, was für mich bedeutete: improvisieren! Die Themen von eigentlich zwei Stunden in eine zu bekommen wobei die erste Hälfte unvorbereitet war, war relativ stressig, dazu kam, dass der eigentliche Lehrer dieses Faches sich, anders als mir versprochen, nicht im Unterricht blicken ließ und ich somit auf mich alleingestellt war. Letztendlich habe ich meine ersten Stunden als Lehrerin überlebt und bereite nun die nächsten vor.

 

Von Samstag auf Sonntag habe ich mit sechs anderen Freiwilligen das Wochenende in Bagamoyo, einer kleinen Stadt, ca 1,5h nördlich von Dar es Salaam, verbracht. Der Strand ist bilderbuch-reif und das Guest House in dem wir waren ist mit 7000 Tsh (3,50€) die Nacht pro Zimmer (also 1,75€ pro Person) zwar ein bisschen abenteuerlich aber sehr Tansanisch. ;) Unser erster Kurzurlaub war also absolut perfekt und - bis auf den Sonnenbrand - definitiv wiederholbar.

  Bagamoyo Beach und ich hatte mich schon kurz gefragt, woher die merkwürdigen Spuren im Sand kommen...

Als mich dann bei meiner Rückkehr eines der Kälber beim rumtoben fast umrannte und ich Mama Tom, während sie über einem Kohleofen Reis kochte, von meinem Wochenende berichtete wurde mir das erste mal bewusste, dass ich das hier alles nach noch nicht einmal drei Wochen schon als mein neues Zuhause akseptiert habe. Ich bin also wirklich angekommen. ;)

 

23Sept
2013

Erster Tag an der Schule

Die letzten Tage waren hier sehr schön. Ich habe sehr viel mit den anderen Freiwilligen unternommen und die Stadt besser kennengelernt. Gestern waren wir auf der Wahlparty in der deutschen Botschaft, die wirklich für die Verhältnisse hier sehr luxuriös war, wir hatten also sehr viel Spaß und haben auch neue, sehr nette Leute Kennengelernt.

 

Der erste Tag an der Schule heute war dafür leider ehr frustrieren. Es fing mit den Unterrichtsmethoden einiger Lehrer an, die so aussahen, dass die ca 50-60 Schüler in der Klasse in der ich heute war (Standard 3) Sätze zu einem Thema auswendig im Chor aufsagen mussten und statt, wie in Deutschland, in den Unterricht eingebunden zu werden, Texte von der Tafel abschrieben. Eine andere, von zwar nicht allen, aber doch einigen Lehrern praktizierte Eigenart, mit der ich nur sehr schwer umgehen kann, ist das schlagen von Kindern mit der Hand oder einem Stock. Natürlich muss man auch dazu sagen, dass andere Grundbedingungen als in deutschen Klassenzimmern vorherrschen, die das Unterrichten wahrscheinlich nicht grade erleichtern, allerdings konnte ich teilweise gar keinen triftigen Grund erkennen. Zwar wurden die Kinder nicht verletzt und ihnen wurden auch keine sehr schlimmen Schmerzen zugefügt, allerdings waren diese Situationen für mich nur schwer ertragbar. Hinzu kam noch, dass hier wohl alle davon ausgehen, dass ich eine professionelle Lehrerin bin und erwarten, dass ich sofort selbstständig anfange Fächer zu unterrichten, die ich bisher noch nicht einmal kannte. Trotz mehrmaliger Versuche meinerseits, meine Probleme und Unsicherheiten auszudrücken konnte oder wollte mich anscheinend keiner verstehen und ich hatte sogar teilweise das Gefühl einfach übergangen zu werden. Trotz dieses frustrierenden Tages, bin ich überzeugt, dass das alles nach einer Zeit des Zähne-Zusammenbeißens noch richtig gut wird, die Kinder sind zumindest schon jetzt begeistert von ihrer "Mzungu"-Lehrerin und haben mich sehr offenherzig und mit viel Neugier empfangen. Außerdem habe ich auch schon festgestellt, dass es hier zwar häufig etwas länger dauert und nervenaufreibend ist, man aber mit viel Geduld und selbstbewusstem Auftreten doch zu einem zufriedenstellenden Ergebnis kommt, zumal ich mich auch von einem schlechten Tag nicht entmutigen lassen möchte.

Ein positives Erlebnis hatte dieser Tag in der Schule dann aber doch: Ich habe einen noch recht jungen, sehr netten Lehrer kennen gelernt, der die Schüler auf eine sehr erfrischende, kreative, fast europäische Weise unterrichtete. Daran konnte man sehr gut sehen, dass eine angenehme und effektive Lernatmosphäre keineswegs von einer aggressiven Dominanzausübung des Lehrers sondern viel mehr von der aktiven Miteinbindung der Schüler abhängig ist. Zudem halte ich beispielhaftes, praxisorientiertes Lehren für gewinnbringender als stupides Auswendiglernen und auch wenn das bei so großen Klassen wohl häufig aufwendiger und vielleicht auch nicht immer umsetzbar ist, werde ich mir Mühe geben das genauso zu machen.

Kurz vor Schulschluss (der um 16h ist) habe ich dann noch ein wirklich interessantes Gespräch mit eben diesem Lehrer und einer weiteren jungen Lehrerin über Abtreibung, Homosexualität und Religion geführt. Alles Themen, bei denen die Ansichten von Deutschen und Tansaniern (im Allgemeinen, natürlich gibt es auf beiden Seiten ausnahmen) sehr weit auseinander gehen, zumal sowohl Abtreibung als auch Homosexualität hier gesellschaftlich extrem geächtet werden und gesetzlich strengstens verboten sind. Trotz dieser positiven Neugierde werde ich wohl weiterhin sagen, dass ich Christin bin, da Atheismus hier auf absolutes Unverständnis trifft und auch die Notlüge (zumindest aufdringlichen Fremden gegenüber) verheiratet zu sein, erspart einem schon mal eine nerv tötende Diskussion. Zwinkernd

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